Neuer Wehrdienst

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es den neuen Wehrdienst. Junge Männer, die seitdem volljährig werden, müssen einen Fragebogen ausfüllen.


Was ist die Wehrpflicht?

Die Wehrpflicht ermöglicht es Staaten, Bürger*innen zum Dienst in ihrer Armee zu verpflichten. In der Bundesrepublik (Westdeutschland) wurde 1956 eine Wehrpflicht für volljährige Männer eingeführt. Sie wurde in Artikel 12a des Grundgesetzes verankert.


Zwischen 1956 und 2011 mussten alle erwachsenen Männer zur Musterung. Wer aus Gewissensgründen keinen Dienst an der Waffe leisten wollte, konnte ihn verweigern, musste dann aber Zivildienst machen.


Diese Wehrpflicht wurde im Jahr 2011 ausgesetzt (nicht abgeschafft!). Grund dafür war vor allem, dass Deutschland seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr unmittelbar von außen bedroht wurde. Eine große Bundeswehr war aus Sicht der Politik nicht mehr nötig. Allerdings konnten Frauen und Männer einen freiwilligen Wehrdienst leisten.


Was ist der neue Wehrdienst?

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Frühjahr 2022 hat sich die sicherheitspolitische Lage geändert. Die deutsche Politik hat darauf unter anderem mit dem „neuen Wehrdienst“ reagiert. Ziel ist, die Bundeswehr zu vergrößern.


Der neue Wehrdienst ist etwas anderes als die alte Wehrpflicht, die nach wie vor ausgesetzt bleibt. Stattdessen setzt die Politik weiterhin auf Freiwilligkeit, allerdings kombiniert mit einer besseren Erfassung der Wehrpflichtigen.


Um dieses Ziel zu erreichen, bekommen alle 18-jährigen Männer und Frauen seit Anfang 2026 einen Fragebogen zugeschickt. Mit den Fragen will die Bundeswehr klären, ob eine Person für den Wehrdienst geeignet ist oder nicht. Außerdem soll es ab Mitte 2027 wieder verpflichtende Musterungen für volljährige Männer geben.


Was ist der Unterschied zwischen Wehrpflicht und neuem Wehrdienst?


Die Wehrpflicht verpflichtet Männer zum Dienst in der Bundeswehr. Sie ist aktuell ausgesetzt. Der neue Wehrdienst ist freiwillig. Männer sind derzeit nur verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen.


Wie lange dauert der neue Wehrdienst?

Der neue Wehrdienst dauert mindestens sechs Monate. Auf Wunsch kannst du ihn auf bis zu elf Monate verlängern.


Im Anschluss an den Wehrdienst besteht die Möglichkeit, sich für mehrere Jahre für den Dienst in der Bundeswehr zu verpflichten.


Was verdiene ich beim neuen Wehrdienst?

Wenn du freiwillig Wehrdienst leistest, verdienst du rund 2 600 Euro brutto im Monat. Dazu kommen Unterkunft und Verpflegung, denn als Wehrdienstleistender wohnst du in einer Kaserne.


Außerdem kannst du einen Zuschuss von bis zu 3 500 Euro für deinen Führerschein bekommen – aber nur, wenn du dich für ein Jahr verpflichtest.


Muss ich den Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen?

Wenn du ein Mann bist und nach dem 1. Januar 2008 geboren wurdest: ja.


Frauen sind nicht verpflichtet, die Fragen der Bundeswehr zu beantworten.


Wer den Fragebogen ignoriert oder falsche Angaben macht, kann mit einem Bußgeld von bis zu 1 000 Euro bestraft werden.


Muss ich zur Musterung?

Wenn du ein Mann bist und nach dem 1. Januar 2008 geboren wurdest: grundsätzlich ja.


Ab Mitte 2027 soll es wieder verpflichtende Musterungen geben. Alle jungen Männer ab dem Jahrgang 2008 müssen dann erscheinen. Das gilt auch für Transmänner.


Allerdings werden wahrscheinlich erst diejenigen gemustert, die im Fragebogen angegeben haben, dass sie sich vorstellen können, Wehrdienst zu leisten. Wer angegeben hat, kein Interesse am Dienst in der Bundeswehr zu haben, muss nach aktuellem Stand auch nicht zur Musterung.


Die Musterung besteht aus:




  • Medizinischen Tests
  • Psychologischen Tests
  • Einem Beratungsgespräch

Kann ich den Wehrdienst verweigern?

Der neue Wehrdienst basiert auf Freiwilligkeit. Das bedeutet: Nur wer sich freiwillig meldet, leistet Dienst an der Waffe.


Allerdings ist die Wehrpflicht nicht abgeschafft, sondern derzeit nur ausgesetzt. Das bedeutet: Artikel 12a des Grundgesetzes gilt immer noch – und damit auch das Recht zu verweigern. Mehr Infos dazu findest du hier.


Und: Es könnte sein, dass Freiwilligkeit nicht genügt, um genug Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr zu gewinnen. Dann wird sich die Politik vielleicht eine andere Lösung überlegen, zum Beispiel ein Losverfahren. Spätestens dann müsstest du offiziell verweigern, wenn du keinen Dienst an der Waffe leisten willst.


Verweigern ohne Wehrpflicht Es ist möglich, dass junge Männer in Zukunft wieder zum Dienst in der Bundeswehr verpflichtet werden. Wenn du keinen Dienst an der Waffe leisten willst, kannst du schon jetzt verweigern. Später könnte die Verweigerung schwieriger werden.


Fazit

Der neue Wehrdienst ist freiwillig. Nur für Männer gibt es eine Pflicht: Sie müssen den Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen.

Noch Fragen?

Dein Ansprechpartner im JIZ

Entschuldigung.

We're sorry.

Die Seite kann nicht dargestellt werden.

The page cannot be displayed.

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Please update your browser.